Herausforderung Social Media: Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können

KJF Erziehungsberater Michael Leicht gibt Eltern Tipps für die Pubertät und darüber hinaus
Symbolbild: Eltern können auch in der Pubertät aktiv schöne Momente mit ihrem Kind schaffen. Foto: Adobe Stock
12. März 2025

Soziale Medien sind ein prägendes Phänomen unserer Zeit und stellen Kinder und Jugendliche – insbesondere in der sensiblen Phase der Pubertät – vor nie dagewesene Herausforderungen. Noch bevor ihr Gehirn vollständig entwickelt ist, werden sie in neuartigem Ausmaß mit unrealistischen Schönheitsidealen, ständigen Selbstvergleichen und einer Flut an Informationen konfrontiert. Perfekte Körper, gefilterte Gesichter, manipulative Inhalte und globale Krisen sind in der Hosentasche immer mit dabei. „Social Media ist für junge Menschen aus zahlreichen Gründen attraktiv: Sie können sich dort vernetzen, ihre Identität formen, kreativ ausdrücken, informieren und unterhalten lassen“, sagt Michael Leicht, Erziehungsberater der KJF Augsburg.

Gerade während der Pubertät ziehen sich Jugendliche seit jeher zurück – heute geschieht das oft in Verbindung mit dem Smartphone. „Die Herausforderungen von Social Media betreffen jedoch nicht nur Pubertierende. Sie beginnen oft schon früher und begleiten junge Menschen weit über diese Lebensphase hinaus“, so Michael Leicht weiter. Die Pubertät ist für viele Eltern allerdings ohnehin eine Zeit der Unsicherheit, in der sie das Gefühl haben, den Zugang zu ihrem Kind zu verlieren. Die digitale Welt macht es nicht einfacher. Doch wie können Eltern ihre Kinder in dieser von Social Media geprägten Zeit unterstützen?

Eltern als reflektierende Begleiter
Zunächst ist es entscheidend, dass Eltern anerkennen, dass ihre Kinder mit Herausforderungen konfrontiert sind, die sich von ihren eigenen Jugend-Erfahrungen unterscheiden. Ein Perspektivwechsel hilft, eine vertrauensvolle Basis für Gespräche zu schaffen. „Eltern können als reflektierende Gesprächspartner dienen, indem sie mit ihren Kindern über Schönheitsideale, den Umgang mit Informationen oder die Erkennung von Fake News sprechen“, erklärt Michael Leicht.

Er rät Eltern: „Setzen Sie sich mit der digitalen Lebenswelt Ihres Kindes auseinander. Bleiben Sie im Gespräch, zeigen Sie ehrliches Interesse und bieten Sie Ihrem Kind Orientierung. Lassen Sie sich von ihm zeigen, welche Inhalte es auf Social Media konsumiert oder welchen Profilen es folgt – nicht mit dem Ziel der Kontrolle oder des Verbots, sondern aus echtem Interesse.“

Ein offener Dialog und eine vertrauensvolle Beziehung sind der Schlüssel, um Kinder und Jugendliche durch die Herausforderungen der digitalen Welt zu begleiten.

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Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der KJF Augsburg
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